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Blockchain und Web3

Blockchain und Web3 nach dem Hype: Was sich tatsächlich weiterentwickelt

13 Mar 2025

Die spekulative Phase der Blockchain-Adoption ist weitgehend vorbei.

Zurück bleibt eine ruhigere, sachlichere Entwicklung — mit Fokus auf Infrastruktur, Vertrauen und Systemarchitektur statt auf Kursgewinne. Während das öffentliche Interesse schwankte, reiften bestimmte Technologien kontinuierlich weiter.

Dieser Artikel beleuchtet:

  • was Web3 jenseits von Kryptowährungen bedeutet,
  • welche Blockchain-Anwendungen relevant bleiben,
  • und wo Unternehmen realistisch prüfen sollten.

Web3 als Architekturansatz

Web3 ist kein einzelnes Produkt.

Es beschreibt:

  • verteilte Register,
  • programmierbare Logik,
  • tokenisierte Werte,
  • dezentrale Identitäten.

Viele Systeme arbeiten heute nicht öffentlich, sondern in genehmigten oder hybriden Netzwerken.


Vom Hype zur Infrastruktur

Der Fokus verschiebt sich von:

  • spekulativen Assets

hin zu:

  • Abwicklungslogik,
  • nachvollziehbaren Zuständen,
  • automatisierten Vereinbarungen.

Diese Entwicklung passt besser zu Unternehmensanforderungen.


Tokenisierung realer Vermögenswerte

Stabile Anwendungsfälle entstehen bei:

  • digitaler Abbildung realer Assets,
  • anteiligem Eigentum,
  • regelbasierter Übertragung.

In Europa erfolgt dies meist:

  • regulatorisch abgesichert,
  • mit Identitätsprüfung,
  • und rechtlicher Einbettung.

Dezentrale Identität (DID)

DID-Systeme ermöglichen:

  • nutzerkontrollierte Identitäten,
  • selektive Offenlegung,
  • organisationsübergreifende Nutzung.

Für Unternehmen relevant bei:

  • komplexen Zugriffsmodellen,
  • Datenschutzanforderungen,
  • langfristigen Identitäten.

Smart Contracts außerhalb von DeFi

Smart Contracts finden Einsatz bei:

  • automatisierter Vertragslogik,
  • Freigabeprozessen,
  • maschinenlesbaren Regeln.

Ihre Starrheit erfordert jedoch klare Anwendungsgrenzen.


Energieeffizienz und Nachhaltigkeit

Der Wechsel zu ressourcenschonenderen Konsensmechanismen hat:

  • Energieverbrauch reduziert,
  • Betriebskosten gesenkt.

Blockchain wird dadurch nachhaltiger — aber nicht automatisch sinnvoll.


KI und Blockchain

Überschneidungen entstehen vorsichtig:

  • Analyse von Smart Contracts,
  • Integritätsprüfungen,
  • Automatisierung von Prüfprozessen.

Diese Ansätze sind experimentell.


Europäischer Kontext

In der EU prägen:

  • Regulierung,
  • Datenschutz,
  • Haftungsfragen

die Umsetzung.

Viele Projekte setzen auf kontrollierte Architekturen statt öffentliche Netze.


Wann Blockchain sinnvoll ist

Geeignet bei:

  • fehlendem zentralem Vertrauen,
  • gemeinsamem Zustand mehrerer Parteien,
  • klarer Governance.

Ungeeignet bei:

  • einfachen Zentralmodellen,
  • hohen Performanceanforderungen,
  • unklarer Verantwortung.

Fazit

Web3 ist nicht verschwunden — es ist nüchterner geworden.

Die verbleibenden Technologien adressieren konkrete strukturelle Probleme.

Für Unternehmen zählt nicht die Technologie, sondern der konkrete Nutzen im Systemkontext.

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