Design-Budgets sind aus einem einfachen Grund verwirrend: Das Wort „Design“ umfasst völlig unterschiedliche Arten von Arbeit. Eine Dashboard-UI, mit modernen KI-Tools erzeugt, kann mit minimalem Aufwand sauber und professionell aussehen. Eine Produkt-UI für ein wirklich komplexes System kann angenehm und korrekt sein, ganz ohne Markenarbeit. Und eine markenführende Produkterfahrung — die Art, die hochwertig aussieht und sich so anfühlt — beginnt in einer völlig anderen Budgetkategorie. Ziel dieses Leitfadens ist, dass du die richtige Tiefe bewusst wählst, ohne für Politur zu zahlen, die du nicht brauchst, oder in eine Oberfläche zu unterinvestieren, an der deine Käufer dich messen.
Ein Hinweis vor den Zahlen: Die folgenden Spannen sind unverbindliche Richtwerte für B2B-Projekte im DACH-Markt, netto zzgl. USt. Der tatsächliche Betrag hängt von der Zahl der Screens, Nutzerrollen und Zustände ab und davon, wie viel UX-Discovery die Arbeit wirklich verlangt — also Orientierung, kein Angebot.
Stufe 1 — KI-gestützte UI (ab ca. 200 €)
Auf der untersten Stufe können KI-gestützte Workflows schnell und günstig eine funktionale, professionell wirkende UI für einen begrenzten Scope erzeugen — ein kleines Dashboard, ein internes Tool, eine Admin-Oberfläche. Was du hier kaufst, ist ein sauberes Layout, keine tiefe UX-Forschung und keine Markenidentität. Für den richtigen Scope ist das echtes Preis-Leistungs-Verhältnis, und es passt natürlich zu einer KI-fähigen Architektur und Automatisierungs-Workflows. Die Grenze ist ebenso klar: Komplizierte User Journeys löst sie nicht, und auf der Marke differenziert sie dich nicht.
Stufe 2 — Produkt-UI für ein komplexes System (≈ 1.500–6.000 €, ohne Branding)
Das ist der häufigste „echte Produkt“-Fall für B2B-Plattformen — und der Ort, an den die meisten Teams tatsächlich gehören. Du gestaltest strukturierte Produkt-UI über mehrere Rollen, Flows und Zustände hinweg — ohne volle Markenschicht. Der Wert liegt in Klarheit unter Komplexität: eine Admin- oder Operator-Oberfläche, die nutzbar bleibt, während Rollen und Berechtigungen wachsen, und die die Leer-, Lade-, Fehler- und Berechtigungszustände abdeckt, in denen echte Software lebt. Für die meisten internen Plattformen und Kundenportale ist diese Stufe der Sweet Spot.
Stufe 3 — Markenführendes Produktdesign (ab 6.000 €)
Auf der obersten Stufe wird Design zum Wettbewerbsvorteil und Conversion-Treiber statt nur zum Layout. Das Budget spiegelt Exploration, Creative Direction und eine kohärente Identitätsschicht — typischerweise mehrere Konzepte, Verfeinerungszyklen und Konsistenz auf Systemebene über das ganze Produkt. Diese Investition ist richtig, wenn Design selbst dich im Markt differenziert oder wenn die Produktoberfläche zentral dafür ist, wie du Kunden gewinnst und überzeugst. Sie ist falsch, wenn eine klare, funktionale UI die Aufgabe bereits erfüllen würde.
Was die Kosten wirklich treibt
Das größte Missverständnis ist, dass Design-Kosten damit skalieren, wie die Startseite aussieht. In der Praxis skalieren sie mit struktureller Komplexität: der Zahl der Nutzerrollen (Admin, Manager, User), der Zahl der Flows (Onboarding, Checkout, Reporting) und der Zahl der Zustände, die jeder Screen abdecken muss — leer, ladend, Fehler, Berechtigung. Darüber liegen Anforderungen an Responsiveness, der nötige Umfang an UX-Discovery (ein bestehendes Produkt zu verfeinern ist günstiger als ein neues Konzept zu gestalten) und Integrations-Constraints wie ein bestehendes Designsystem oder eine Komponentenbibliothek. Zwei Produkte, die auf der Startseite gleich einfach aussehen, können eine Stufe auseinanderliegen, sobald man ihre Rollen und Zustände zählt.
Die richtige Stufe wählen
Die Entscheidung dreht sich weniger um die Budgetgröße als darum, was das Produkt leisten muss. Wer ein begrenztes internes Tool validiert, kommt oft mit Stufe 1 aus. Wer eine echte B2B-Plattform mit mehreren Rollen und Workflows baut, liegt meist bei Stufe 2 richtig — und der Versuch, durch Abstieg auf Stufe 1 zu sparen, erzeugt tendenziell eine UI, die mit wachsender Komplexität zusammenbricht. Stufe 3 zahlst du, wenn Marke wirklich Teil deines Wettbewerbs ist. Dieselbe „Scope vor Preis“-Logik, die Build-Budgets bestimmt, gilt hier — für Produkte ausgeführt in was ein MVP in Deutschland kostet.
FAQ
Kann ein 200-€-Design „gut“ sein?
Ja — wenn das Ziel eine funktionale UI für einen begrenzten Scope ist (etwa ein kleines Dashboard) und du KI-gestützte Workflows nutzt. Tiefe UX-Arbeit oder eine Markenidentität sind nicht enthalten, aber für den richtigen Scope ist das kein Kompromiss, sondern eine sinnvolle Passung.
Warum beginnt markenführendes Design ab 6.000 €?
Weil du Exploration, Creative Direction und eine kohärente Identität bezahlst — nicht nur Screen-Layouts. Es umfasst typischerweise mehrere Konzepte, Verfeinerungszyklen und Konsistenz auf Systemebene, eine andere Art Arbeit, als Komponenten anzuordnen.
Was ist die beste Option für B2B-Admin-Systeme?
Meist Stufe 2: strukturierte Produkt-UI ohne schweres Branding. Sie hält ein Admin- oder Operator-System klar und nutzbar, während sich Rollen, Flows und Zustände vervielfachen — genau dort, wo solche Systeme zusammenzubrechen pflegen.
Der H-Studio-Ansatz
Wir passen die Design-Tiefe an das an, was das Produkt braucht — funktionale Produkt-UI für Plattformen und Geschäftsanwendungen und markenführende Arbeit nur dort, wo sie ihre Kosten verdient. Weil wir auf einem system-first Fundament gestalten, sitzt die UI auf einer Struktur, die sie günstig änderbar hält. Wenn du unsicher bist, welche Stufe passt, nenne uns den Scope — wir zeigen dir die ehrliche.
Lektoriert und faktengeprüft von Anna Hartung. Die Preisspannen hier sind unverbindliche, erfahrungsbasierte Richtwerte für B2B-Projekte im DACH-Markt, netto zzgl. gesetzlicher USt. — keine verbindlichen Angebote. Der konkrete Preis hängt von Scope, Screens, Rollen und UX-Aufwand ab.