Warum unterschiedliche Unternehmen völlig unterschiedliche SEO-Strukturen brauchen
Und warum das Kopieren von Wettbewerbern oft der falsche Startpunkt ist
Eine der häufigsten SEO-Fehlannahmen lautet:
„Welche SEO-Struktur funktioniert am besten?"
Die richtige Frage ist:
„Welche SEO-Struktur passt zu diesem Markt, diesem Entscheidungsprozess und diesem Geschäftsmodell?"
SEO ist keine einzelne Strategie.
SEO ist eine Sammlung von Modellen.
Die Grundwahrheit: SEO bildet Kaufentscheidungen ab
SEO funktioniert dann, wenn die Struktur widerspiegelt:
- wer sucht
- warum gesucht wird
- wie Entscheidungen entstehen
- wie viel Risiko wahrgenommen wird
Deshalb kann eine Struktur für ein Unternehmen perfekt sein —
und für ein anderes komplett wirkungslos.
Modell 1: Hub- / Geo-basierte SEO
Wenn Nachfrage stark ortsabhängig ist
Suchverhalten:
- „Service + Stadt"
- „Anbieter + Bezirk"
- „in der Nähe von"
Struktur:
- Städte-Hubs
- Bezirks-Hubs
- Kategorien × Orte
- starke interne Verlinkung
Ideal für:
- Marktplätze
- Vermittler
- Broker
- standortgetriebene Services
Stärke:
- schnelles Abgreifen bestehender Nachfrage
Schwäche:
- begrenzter Vertrauensaufbau
Modell 2: Objekt- / Inventar-SEO
Wenn Long-Tail-Skalierung zählt
Suchverhalten:
- Gebäudenamen
- Adressen
- konkrete Objekte
Struktur:
- sehr viele Seiten
- geringe Einzelreichweite
- strukturierte Templates
Stärke:
- starke Long-Tail-Abdeckung
Schwäche:
- wenig Differenzierung
- kaum Thought Leadership
Modell 3: Thought-Leadership-SEO
Wenn Entscheidungen komplex und riskant sind
Typisch für:
- komplexes B2B
- Engineering-Last
- hohe Investitionen
- mehrere Entscheider
Suchverhalten:
- „wie funktioniert"
- „Risiken von"
- „Vergleich von Ansätzen"
Struktur:
- Pillar Pages
- Glossar / Wiki
- Definitionen
- Methodiken
- saubere interne Logik
Das ist kein Blog.
Das ist Entscheidungsunterstützung.
Modell 4: Brand- / Conversion-getriebene SEO
Wenn Nachfrage bereits vorhanden ist
SEO unterstützt hier:
- Klarheit
- Conversion
- Vertrauen
SEO ist nicht Wachstumstreiber, sondern Verstärker.
Warum manche Unternehmen Hubs brauchen — und andere nicht
Standortgetriebene Unternehmen:
- profitieren von Hubs
- leben von Vergleichbarkeit
- gewinnen über Abdeckung
Beratungs- oder Entwicklungsunternehmen:
- gewinnen über Vertrauen
- verlieren bei oberflächlichen Hubs
- brauchen Tiefe statt Breite
Eine kopierte Hub-Struktur kann:
- Traffic erhöhen
- Lead-Qualität senken
- Sales erschweren
Was alle Branchen brauchen
Unabhängig vom Modell:
- saubere Technik
- klare Struktur
- echte Antworten
- Entscheidungslogik
- interne Verlinkung mit Sinn
SEO scheitert nicht technisch —
sondern strukturell.
Soll man sich an Wettbewerbern orientieren?
Ja — aber richtig.
Orientieren an:
- Modellen
- Mustern
- Marktlogik
Nicht kopieren:
- Seiten
- URLs
- Inhalte ohne Kontext
Wettbewerber liefern Hinweise, keine Wahrheiten.
Kann etwas Eigenes besser funktionieren?
Ja.
Nicht durch Kreativität,
sondern durch bessere Passung.
Die meisten SEO-Misserfolge entstehen,
weil Struktur nicht zur Entscheidungsrealität passt.
Wo liegt die Wahrheit?
Nicht in:
- SEO-Trends
- Checklisten
- „Best Practices"
Sondern in:
- Kaufprozessen
- Entscheidungsängsten
- internen Rollen
- echten Blockern
SEO ist kein Traffic-Spiel.
Es ist ein Entscheidungs-System.
Schlussgedanke
Die richtige SEO-Struktur wirkt unspektakulär.
Weil sie logisch ist.
Und genau deshalb funktioniert sie.